Die moderne Zahnmedizin ermöglicht es jedem, ein Traumlächeln schnell, sicher und dauerhaft zu erhalten. Die beliebteste Methode hierfür ist die Anbringung von Veneers.
Dabei handelt es sich um dünne Verblendschalen aus Komposit, Keramik oder Zirkonoxid. Die Schalen werden nach individuellen Abformungen des Kiefers angefertigt und können so die Form verbessern, Lücken kaschieren oder die Farbe verändern.
Wenn Sie Pigmentflecken auf dem Zahnschmelz haben, sich die Farbe durch Medikamente oder Fluorose verändert hat, Sie mit der Form Ihrer Zähne unzufrieden sind oder die Lücken dazwischen stören – Veneers helfen, diese Mängel zu verbergen.
Nach dem Einsetzen der Verblendschalen erhalten Sie eine gleichmäßige Zahnreihe, deren Farbe sich nie verändert, deren Zahnschmelz nicht abnutzt und deren Form genau Ihren Wünschen entspricht.
Warum stehen dann nicht Schlangen von Menschen vor Zahnkliniken, die ein Hollywood-Lächeln wollen? Weil die Mikroprothetik einen großen Nachteil hat: Vor dem Einsetzen von Veneers müssen die Zähne beschliffen werden.
Genau das löst die meisten Ängste, Vermutungen und Gerüchte aus. Lassen Sie uns klären, warum das Beschleifen von Zähnen für Veneers notwendig ist, ob man darauf verzichten kann und ob es die Zähne wirklich hoffnungslos ruiniert.
Warum und wie werden Zähne für Veneers beschliffen?
Das Präparieren ist das Abtragen einer dünnen Schicht Zahnschmelz. Für verschiedene Arten von Mikroprothesen werden 0,3 bis 0,5 mm abgetragen. Das ist in etwa so viel wie ein doppelt gelegtes Blatt Papier (0,3 mm) oder die Dicke eines Fingernagels (0,5 mm).
Das Beschleifen von Zähnen für Veneers wird durchgeführt, um:
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Platz für die Schale zu schaffen: Würde die Verblendschale einfach auf dem Zahnschmelz befestigt, würde sie stark hervorstehen und dem Lächeln ein künstliches Aussehen verleihen.
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Einen zuverlässigen Halt zu gewährleisten: Glatte Oberflächen lassen sich schlecht verkleben. Wird eine Schicht Zahnschmelz abgetragen, wird die Oberfläche rauer und ihre Hafteigenschaften verbessern sich.
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Die Form zu korrigieren: Bei leichten Okklusionsstörungen – wenn ein Zahn leicht aus der Reihe steht, etwas gedreht oder gekrümmt ist – kann der Zahnarzt diesen Mangel durch Präparieren korrigieren und anschließend die Ästhetik mit der Mikroprothese verbessern.
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Einen dichten Randschluss zu erreichen: Um das Eindringen von Krankheitserregern an der Verbindungsstelle zwischen Schale und Zahnfleisch zu vermeiden, wird am zahnfleischnahen Rand eine Stufe geformt. Die Verblendschale verbindet sich dicht mit dieser Stufe und nicht mit dem Weichgewebe der Schleimhaut, was einen dichten Abschluss gewährleistet.
Vorbereitung der Zähne für Veneers – Die Schritte
1. Beratung und Diagnostik
Damit die Verblendschalen perfekt sitzen und keine Beschwerden verursachen, sind mehrere diagnostische Maßnahmen erforderlich: eine Untersuchung der Mundhöhle, ein Gespräch über die Wünsche und Vorlieben des Patienten und eine Computertomographie, um die Lage und den Zustand der Wurzeln sowie eventuelle Neubildungen zu beurteilen. Nach der Untersuchung erstellt der Arzt einen Behandlungsplan.
2. Vorbereitung der Zähne
Die Mikroprothetik wird an gesunden Zähnen durchgeführt. Bei Karies müssen die Zähne vor dem Veneer-Einsatz behandelt werden. Mangelhafte Füllungen sollten ersetzt und eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, um Zahnbelag zu entfernen. Diese Maßnahmen senken das Risiko für Zahnerkrankungen, die die Lebensdauer der Mikroprothesen verkürzen könnten (Karies, Parodontitis).
3. Beschleifen der Zähne für Veneers
Dieser Schritt erfordert Präzision und Vorsicht. Wird zu viel abgetragen, gelangt man zum Dentin, auf dem die Verblendschalen deutlich schlechter haften als auf dem Zahnschmelz. Die Stärke der abzutragenden Schicht hängt von der Art der Schale ab:
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Feldspatkeramik (ästhetische Keramik): Erfordert minimales Beschleifen (oft nur Anrauen der Oberfläche) oder gar keins. Diese sehr dünnen Schalen eignen sich nicht für Zähne mit dunklen Flecken oder großen Rissen, da diese durchscheinen könnten.
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Keramik E-max: Etwas dickere Schalen, die signifikante Mängel maskieren können. Beschleifung: 0,3-0,5 mm.
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Zirkonoxid: Wird selten verwendet, da die Haftung schwierig ist. Sehr dünne Schalen, Beschleifung: ca. 0,3 mm.
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Komposite: Werden direkt im Mund angefertigt, erfordern aber dennoch ein Beschleifen von 0,5-0,7 mm.
4. Abformung
Um einen perfekten Sitz und ein natürliches Gefühl zu gewährleisten, nimmt der Zahnarzt Abdrücke, die am Computer verarbeitet werden. Das erstellte 3D-Modell dient als Grundlage für die Anfertigung der Mikroprothesen.
5. Einsetzen temporärer (Komposit-)Verblendschalen
Die beschliffenen Zähne sind sehr empfindlich gegenüber Temperatur, Chemikalien und mechanischer Belastung. Für den Komfort des Patienten werden deshalb temporäre Schalen eingesetzt.
6. Anfertigung
Die Veneers werden im Dentallabor (außer Komposit-Veneers) hergestellt, z.B. durch Schichtungsverfahren, Pressen oder Fräsen (CAD/CAM).
7. Anprobe und Befestigung
Die Zahnoberflächen werden vorbereitet, getrocknet und mit einem Haftvermittler behandelt. Die Veneers werden angepasst, festgedrückt und mit einem Licht polymerisiert.
Vor- und Nachteile des Beschleifens
Vorteile:
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Ideales Ergebnis: Die Schalen sitzen perfekt und wirken natürlich.
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Zuverlässige Fixierung: Bessere Haftung auf der vorbereiteten Oberfläche.
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Ästhetik: Die Zähne sehen natürlich aus.
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Korrektur von Fehlstellungen: Kleine Okklusionsprobleme können ausgeglichen werden.
Nachteile:
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Irreversibilität: Der Vorgang ist unumkehrbar. Die Zähne bleiben dauerhaft verändert.
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Risiko der Überhitzung: Unsachgemäßes Vorgehen kann das Dentin überhitzen und zu Entzündungen führen (Pulpitis).
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Erhöhte Empfindlichkeit: Vorübergehend kann die Empfindlichkeit der Zähne steigen.
Pflege nach dem Beschleifen
Nach dem Beschleifen und dem Einsetzen der temporären Versorgung sollten Sie folgende Empfehlungen beachten:
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Verzichten Sie auf färbende Lebensmittel und Getränke (Tee, Kaffee, Rotwein).
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Vermeiden Sie harte Lebensmittel, die die temporären Schalen beschädigen könnten.
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Verwenden Sie keine abrasive Zahnpasta oder harte Zahnbürsten.
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Beißen Sie keine harten Lebensmittel, sondern schneiden Sie sie klein.
Häufige Fragen (FAQ)
Tut das Beschleifen weh?
Nein, der Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchgeführt und ist schmerzfrei.
Schadet das irreversible Beschleifen den Zähnen?
Beim Präparieren wird nur eine dünne Schmelzschicht entfernt. Die Gesundheit der Zähne wird nicht beeinträchtigt. Das Veneer kann den Zahn sogar wie eine Schutzschicht verstärken.
Sind Beschleifen und Wurzelbehandlung dasselbe?
Nein. Bei der Wurzelbehandlung wird der Nerv entfernt. Beim Beschleifen wird nur Schmelz abgetragen, der Nerv bleibt unberührt.
Werden für Ultraneers auch Zähne beschliffen?
Das kann nur nach individueller Untersuchung beantwortet werden. Da Ultraneers sehr dünn sind, ist oft wenig bis kein Beschleifen nötig.
Wie vermeiden Zahnärzte eine Überhitzung?
Durch den Einsatz von Wasserkühlung, Turbinen mit regelbarer Geschwindigkeit und speziellen Diamantbohrern wird das Risiko minimiert.
Fazit
Das Beschleifen ist ein notwendiger, sicherer und schmerzfreier Schritt bei der Anbringung von Veneers. Es ermöglicht einen dichten Sitz, zuverlässigen Halt und hohe Ästhetik. Wenn es von einem erfahrenen Zahnarzt durchgeführt wird, ist es ein schonender und kontrollierter Vorgang, der Sie Ihrer strahlenden Lächeln nicht hindern sollte.




